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Artikel: Gesetzliche Neuregelung bei der Intravitrealen Operativen Medikamentenapplikation (IVOM) zum 01.10.2014

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Häufige Fragen an Ihren Augenarzt

>> Wie entsteht ein „trockenes Auge" und was kann man dagegen tun?

Über Beschwerden des trockenen Auges (Brennen, Sandkorngefühl, rote Augen, müde Augen) klagen 15 bis 30% aller Menschen. Die Ursache hierfür ist ein Mangel an Tränenflüssigkeit oder eine falsche Zusammensetzung derselben.

Risikofaktoren für die Entstehung dieser Störungen der Tränensekretion sind verschiedene Krankheiten wie Rheuma, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion u.a., Einnahme von Medikamenten wie z.B. gegen hohen Blutdruck, Kortison und Hormonpräparate aber auch Rauchen und übermäßiger Koffeingenuss.
Verstärkt werden die Beschwerden in klimatisierten Räumen oder trockener staubiger Umgebung.

Lindernd wirken reichlich Flüssigkeitsaufnahme, häufiger Aufenthalt in der Natur, bewusst häufiges Blinzeln nach langen Autofahrten oder Computertätigkeit.
Behandelt werden die trockenen Augen mit „Tränenersatz – Mitteln". Da für die verschiedenen Formen des trockenen Auges verschiedene Mittel eingesetzt werden, sollte der Rat eines Augenarztes vor der Behandlung eingeholt werden.

>> Was ist ein „Grauer Star" und wie wird er behandelt?

Der s.g. Graue Star (medizinisch: Katarakt) ist eine Trübung der natürlichen Linse im Auge. Er ist in der Mehrzahl der Fälle eine Alterserscheinung und man kann ihm nicht vorbeugen. Seltener tritt er nach Augenverletzungen oder im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auf. Der Graue Star schreitet in der Regel langsam fort, im Spätstadium kann es bis zur Erblindung kommen.

Man kann den Grauen Star mit einer Mattglasscheibe im Fenster vergleichen. Menschen mit einem Grauen Star sehen alles „wie im Nebel", Farben werden verwaschen und die Blendungsempfindlichkeit steigt an. Behandelt wird der Graue Star durch eine Operation mit Einpflanzung einer Kunstlinse. Durch diesen Eingriff (die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation) kann, bei sonst gesundem Auge, die Sehkraft wieder voll hergestellt werden.

Da es in den Entwicklungsländern an Geld und Augenärzten fehlt, ist der Graue Star dennoch die häufigste Erblindungsursache auf der Erde.

>> Was ist eine Makuladegeneration?

Bei der „altersabhängigen – Makuladegeneration" (AMD) kommt es infolge von Alterungsprozessen zum Absterben des Netzhautbereiches, welcher für das scharfe Sehen verantwortlich ist.

Erste Zeichen: gerade Linien erscheinen gewellt oder verkrümmt, in der Blickfeldmitte erscheint anfangs ein verwaschener, später ein dunkler Fleck.
Man unterscheidet zwischen einer s.g. trockenen Form der AMD ohne Flüssigkeitseinlagerung in die Netzhaut und einer s.g. feuchten Form der AMD, bei welcher es durch Flüssigkeitseinlagerung zu einer Schwellung im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens kommt.

Während man bei der trockenen Form der AMD lediglich durch hochdosierte Vitamin Gaben (s.g. „Augenvitamine") versuchen kann, ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, gibt es für die feuchte Form inzwischen Behandlungsmöglichkeiten.

>> Was sind „Fehlsichtigkeiten" und was kann man dagegen tun?

Die häufigsten Fehlsichtigkeiten sind die Kurzsichtigkeit, die Weitsichtigkeit und die Stabsichtigkeit. Kurzsichtige Menschen können in der Nähe gut sehen, aber nicht in der Ferne. Weitsichtige Menschen können in der Nähe und in schweren Fällen auch in der Ferne schlecht sehen. Stabsichtige Menschen haben eine ungleichmäßig gekrümmte Hornhaut, sie sehen deshalb in allen Entfernungen schlechter. Die Stabsichtigkeit kann mit der Kurz- oder der Weitsichtigkeit kombiniert auftreten.
Behandelt werden Fehlsichtigkeiten in erster Linie mit einer Brille oder Kontaktlinse.

Wer keine Brille tragen möchte oder wem sie bei Beruf oder Hobby hinderlich ist und wer keine Kontaktlinsen verträgt, kann die Fehlsichtigkeit auch durch einen operativen Eingriff behandeln lassen. Am bekanntesten ist sicher die s.g. LASIK – Methode. Mit ihr kann Menschen mit einer Kurzsichtigkeit bis minus acht Dioptrien, einer Weitsichtigkeit bis plus drei Dioptrien und einer Stabsichtigkeit bis drei Dioptrien geholfen werden. Für höhere Fehlsichtigkeiten gibt es andere Operationsmethoden (z.B. die Implantation von Sonderlinsen (link)).

In jedem Fall muss eine individuelle Risikoabwägung und Beratung durch einen Augenarzt erfolgen.
Die Kosten für eine Brille oder Kontaktlinse werden bei Erwachsenen in Ausnahmefällen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, die Kosten für operative Eingriffe zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten werden in keinem Fall von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. 

>> Was ist ein Grüner Star und wie kann man ihn behandeln?

Der Grüne Star (medizinisch: Glaukom) ist eine Durchblutungsstörung des Sehnerven, welche zum Absterben von Nervenfasern und so, unbehandelt, zur langsamen Erblindung führt.

Die häufigste Ursache ist ein erhöhter Augendruck. Aber z.B. bei Gefäßerkrankungen oder individuellen Besonderheiten des Auges wie einer dünnen Hornhaut kann ein Grüner Star auch bei normalem Augendruck auftreten.

Sonderformen sind Glaukomerkrankungen nach Augenverletzungen oder Augenentzündungen sowie das s.g. „Akute Glaukom", welches mit starken Schmerzen einhergeht.
Da der Grüne Star, jedoch von Ausnahmen abgesehen, völlig schmerzlos ist, kann er unentdeckt das Sehvermögen schädigen.
Ab dem 40. Lebensjahr ist deshalb eine Vorsorgeuntersuchung empfehlenswert.
Behandelt wird der Grüne Star in der Mehrzahl der Fälle durch eine (lebenslange) Gabe von Augentropfen. Hierdurch kann in fast allen Fällen eine Schädigung des Sehvermögens verhindert werden.

Nur wenn durch Augentropfen die Erkrankung nicht beherrscht werden kann, ist eine Operation nötig und möglich.
Ist allerdings eine Schädigung des Sehvermögens durch den Grünen Star eingetreten, können weder die Augentropfen noch eine Operation diese wieder beseitigen.

 

>> Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Sehstörungen durch Diabetes...

Neue Behandlungsmethoden bei Sehstörungen durch Diabetes, Venenverschluss an der Netzhaut (s.g. Thrombose) und Uveitis (Entzündung im Augeninneren):

Sowohl bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) , nach dem Verschluss („Thrombose“) eines Blutgefäßes der Netzhaut aber auch bei chronischen sterilen Entzündungen im Augeninneren (s.g. Uveitis) kann es zu einer Schwellung im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens der Netzhaut (Macula lutea) kommen. Mediziner nennen das ein „Makulaödem“.
Durch ein Makulaödem verschlechtert sich das Sehvermögen. Gesichter werden nicht mehr erkannt, das Lesen fällt schwer oder ist nicht mehr möglich. Manche Patienten bemerken in der Mitte des Gesichtsfeldes einen dunklen Fleck oder Verzerrungen des Bildes.

In vielen Fällen kann ein solches Makulaödem durch eine Medikamenteneingabe in das Auge behandelt werden. Diese Behandlungsmethode hat sich in der Therapie der s.g. feuchten Makuladegeneration schon seit mehreren Jahren bewährt. Seit Ende letzten Jahres sind Medikamente auch für die Behandlung des Makulaödems bei Diabetes, nach Blutgefäßverschluss an der Netzhaut und bei Uveitis zugelassen.

Zur Verfügung stehen im Moment vier unterschiedliche Präparate.

Allen Medikamenten ist eigen, dass sie operativ in das Auge eingebracht werden müssen.
Da diese Medikamente das Makulaödem nicht ursächlich behandeln, sind meist wiederholte Operationen nötig.

makula-normal

Abbildung 1 normale Makula

makulaoedem

Abbildung 2 Makulaödem

 


Dr. med. Reiner Friedrich
Schlundgasse 5 , 98617 Meiningen